Umwelt

Aus dem Berufsleben – In die Freizeit

Im Fall dieses Beitrags kann der Titel auch anders gelesen werden. Heute gibt es keine Erzählung „aus dem Berufsleben“, sondern wir gehen „aus dem Berufsleben“ heraus „in die Freizeit“ und schauen, was dann passiert.

Ein steiler bewaldeter Hang

Im Alltag – morgens aufstehen, sich fertig machen, in die Stadt zur Arbeit fahren, überwiegend am Schreibtisch sitzen – stellt sich eine gewisse Routine ein. Der Lärm, die schlechte Luft und die Hektik der Stadt sind zwar immer noch unangenehm, aber diese Dinge treten in den Hintergrund, weil sie zur Normalität werden. Dann denkt man sich nicht viel dabei. Man hat seine Arbeit, der man nachgeht. Erst wenn diese Routine durchbrochen wird, kann erkannt werden, was fehlt.

Ein Bach im Wald

Genau das ist mir im Urlaub passiert. Ich weiß, wie viel mir eine halbwegs intakte Natur bedeutet. Ich nutze den Wald und die Gärten in meiner Umgebung für Erholung, aber diese Art der Natur ist eine sehr gezähmte, verstädterte Natur. Für meinen Urlaub fuhr ich in die Berge und hier gibt es eine ganz andere Art von Natur. 
Es war Hochsommer, als ich zu meiner Wanderung aufbrach. Die Wiesen und offenen Flächen waren sehr schön, aber auch sehr warm. Doch sobald ich ein paar Schritte in einen Wald machte, kühlte es sich merklich ab und die Luft war plötzlich frisch und klar. Und dann stand ich vor einem Bach der in vielen kleinen Kaskaden die steilen mit Felsen gespickten Hänge des Waldes hinunterfloss. Sonnenlicht drang durch das Grün der Blätter, die Vögel sangen und nur das Rauschen des Baches durchdrang die Stille. In diesem Moment fühlte ich wieder, wie unglaublich wichtig mir eine solche Art von wilderer Natur ist; wie viel sie mir bedeutet. Es war auf eine Art neu, aber auch eine Erinnerung, die kurzzeitig von Alltagsdingen überdeckt war. Ich war schon einmal an diesem Ort gewesen, aber jetzt, nachdem ich über Monate keinen solchen Anblick gehabt hatte, berührte mich der dieser Ort umso mehr. So als hätte ich ihn zum ersten Mal gesehen.

Ein Bach der verzweigt über Felsen im Wald fließt

Danach dachte ich viel über Gleichgewichte nach. Es gibt den Alltag, die Routinen und das ist auch gut so. Nur darf der Alltag die Freude an einer schönen Natur nicht dauerhaft zurückdrängen. Beides gehört zum Leben dazu. Wie das Gleichgewicht zwischen beiden – doch gegensätzlichen – Seiten gehalten werden kann, ist noch offen. Es ist der Versuch, einen Teil der Freude an der Natur wieder ein klein wenig mit in den Alltag zu nehmen.

Waldboden mit Farnen